Haarausfall

Haarausfall & Haarerkrankungen

Das äußere Erscheinungsbild des Menschen wird entscheidend durch Kopfhaar und Körperbehaarung geprägt. Bei täglichen Interaktionen und bei der Kommunikation haben die Haare eine Signalfunktion. Schönes, gepflegtes und volles Haar ist sowohl bei Frauen als auch bei Männern ein Ausdruck von Schönheit und Gesundheit. Nicht nur Frauen leiden darunter, wenn die Haare ausfallen und immer dünner werden. Auch für viele Männer ist Haarausfall ein größeres kosmetisches Problem. Da das äußere Erscheinungsbild eng mit dem eigenen Selbstbild verknüpft ist, stellen Veränderungen der Haarqualität und der Haardichte für viele Menschen eine Belastungssituation dar. Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein leiden mitunter stark darunter. Daher bedeutet Haarverlust auch eine nicht zu unterschätzende psychische Belastung für die Betroffenen.

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Das gesunde Wachstum der Haare

Das Haar ist mit der Haarwurzel in der Kopfhaut verankert. Die Haarwurzel ist von einer kleinen Hülle umgeben, die als Haarfollikel bezeichnet wird. Dieser Haarfollikel ist wichtig für das Wachstum der Haare. Im Haarfollikel befinden sich winzige Blutgefäße. Nur bei einer guten Durchblutung der Haarfollikel werden die Haarwurzeln gut mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt und können gesund wachsen. Ist eine gute Durchblutung der Haarfollikel nicht mehr gewährleistet, kann ein Haarausfall auftreten.

Es ist völlig normal, dass täglich Haare ausfallen. Dabei muss es sich noch nicht um Haarausfall handeln. Der Grund dafür ist der Wachstumszyklus der Haare. Im Schnitt wachsen die Haare 0,3 bis 0,5 Millimeter am Tag. Das sind im Monat ungefähr 1,0 bis 1,5 Zentimeter. Auf das Jahr gerechnet macht das 12 bis 15 Zentimeter.

Das menschliche Haarwachstum ist kein kontinuierlicher, gleichförmiger Prozess. Das Haarwachstum verläuft in immer wiederkehrenden Zyklen. Jeder Zyklus besteht aus drei Phasen:

  • Wachstumsphase (Anagenphase) über zwei bis sechs Jahre
    In dieser Phase werden die Haare gut mit Nährstoffen versorgt. So ist ein gesundes Wachstum gewährleistet. Der größte Teil der Haare befindet sich in dieser Phase.
  • Übergangsphase (Katagenphase) über ein bis zwei Wochen
    Die Nährstoffversorgung der Haare wird in dieser Phase eingestellt. Die Haare wachsen nicht mehr. Nur ein geringer Prozentsatz der Haare befindet sich in dieser Phase.
  • Ruhephase (Telogenphase) über zwei bis vier Monate

Zu Beginn dieser Phase fallen die Haare aus. Die Haarfollikel regenerieren sich, um wieder neue Haare hervorzubringen. Der Zyklus beginnt von vorn. Wenige Haare befinden sich in dieser Phase.

Es ist normal, wenn jeden Tag bis zu 100 Haare ausfallen. Erst dann, wenn über einen längeren Zeitraum täglich mehr als 100 Haare ausfallen, liegt ein Haarausfall vor.

Verschiedene Arten von Haarerkrankungen

Ein Haarausfall muss keine Haarerkrankung darstellen, doch tritt er oft als Begleiterscheinung von Haarerkrankungen auf. Haarerkrankungen können mit unterschiedlichen klinischen Beschwerden auftreten. Oft handelt es sich um Kopfhaarbodenerkrankungen, die mit einem Haarausfall durch entzündliche Erkrankungen einhergehen. Solche Erkrankungen treten als Ekzeme, Kontaktdermatitis, Psoriasis (Schuppenflechte) und eigenständige entzündliche Erkrankungen des Haarfollikels auf, beispielsweise als Alopecia areata (Kreisrunder Haarausfall), vernarbende Alopezien, infektiös bedingte Erkrankungen der Haarfollikel, durch Bakterien oder Pilze hervorgerufen, oder genetisch bedingter Haarausfall.

Auf eine frühzeitige Diagnose kommt es an

Bemerken Sie Veränderungen der Kopfhaut oder einen Haarverlust, sollten Sie frühzeitig einen Dermatologen aufsuchen. Die Hautspezialisten Berlin können eine Diagnose stellen und die entsprechende Behandlung vornehmen. Nicht immer ist ein Haarverlust endgültig. Er kann auch nur vorübergehend auftreten. Haarausfall zeigt sich diffus oder umschrieben. Eine frühzeitige Diagnose ist wichtig, damit eine effektive Therapie angewendet werden kann. Die Haarfollikel bleiben auch dann noch über mehrere Jahre erhalten, wenn die Haare bereits ausgefallen sind. Die Aussichten sind daher umso besser, je früher die Haarfollikel zu neuem Wachstum aktiviert werden.

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Mögliche Ursachen von Haarausfall

Da der Haarzyklus einer Vielzahl extrinsischer Einflüsse unterliegt, kann Haarausfall zahlreiche Ursachen haben. Der Haarzyklus wird durch Hormone, Wachstumsfaktoren, Zytokine, Neuropeptide, aber auch die verschiedenen Jahreszeiten beeinflusst. Beim Haarzyklus werden Inhibitoren als hemmende sowie Promotoren als fördernde Einflüsse unterschieden. Androgene spielen eine besondere Rolle. Testosteron und dessen Abbauprodukt Dihydrotestosteron fördern das Haarwachstum vor allem bei Männern in verschiedenen Körperregionen wie dem Bartbereich und der Brust. Am Kapillitium, dem Kopfhaar, kann Dihydrotestosteron hingegen zu Haarausfall führen. Die Folge ist der erblich bedingte Haarverlust, die androgenetische Alopezie.

Ein über längere Zeit bestehender verstärkter Haarausfall (Effluvium) kann eine sichtbare Haarlosigkeit (Alopecia) zur Folge haben. Der Haarausfall kann durch verschiedene Einflussfaktoren gefördert werden:

  • Infektionserkrankungen mit hohem Fieber
  • Syphilis
  • Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion)
  • Eisenmangel
  • abfallende Wachstumsfaktoren nach einer Geburt (sogenanntes postpartales Effluvium)
  • Einnahme von Medikamenten, beispielsweise Beta-Blocker oder Antibiotika
  • Zytostatika und Chemotherapeutika
  • Strahlentherapie
  • Mangel an Vitaminen durch einseitige Ernährung
  • Heparinspritzen zur Vorbeugung von Thrombose

Verschiedene Formen von Haarausfall

Abhängig von den Ursachen und von ihrem Erscheinungsbild werden verschiedene Formen von Haarausfall unterschieden:

Anlagebedingter Haarausfall
ist die häufigste Form und wird auch als androgenetische Alopezie bezeichnet. Das Hormon Dihydrotestosteron schädigt die Haarwurzeln der Kopfhaare. Typische Zeichen dieses Haarausfalls bei Männern sind Stirnglatze, Geheimratsecken und eine Glatze am Oberkopf. Bei Frauen werden die Haare um den Mittelscheitel immer lichter. Die Kopfhaut wird durch die Haare sichtbar.

Kreisrunder Haarausfall
macht sich mit etwa münzgroßen, runden, kahlen Stellen bemerkbar. Sie können auf dem gesamten Kopf auftreten.

Diffuser Haarausfall
tritt gleichmäßig auf dem gesamten Kopf auf. Die Haare lichten sich, sodass die Kopfhaut zu sehen ist.

Bei einem vernarbenden Haarausfall bilden sich an den kahlen Stellen Narben. Im Bereich der Narben wachsen keine Haare mehr.

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